Die Landwirtschaft am Millianshof

Die Entwicklung im letzten Jahrhundert ab 1862

Zur Vorgeschichte >>hier klicken<<

Früher war es auf fast jedem Bauernhof üblich auch Kühe zur Milchproduktion zu halten. Es gab keine großen Abfüllbetriebe oder Supermärkte im heutigen Sinne. Die Bauernhöfe waren häufig der einzige Anlaufpunkt für Lebensmittel und so musste jeder Hof auch für sich autark sein. So hielten sie auf dem Millianshof auch Schweine, Rinder und ein paar Hühner zur Selbstversorgung mit Fleisch und Eiern für die große Familie und den angestellten Knechten und Mägden. Im großen Garten (heute ist dort der Spielplatz) wurden Obst und Gemüse angebaut.

Auf den Feldern des Hofes wuchs

  1. Getreide: Weizen, Roggen, Hafer, Gerste
  2. Kartoffeln: hier wurde mit einem Schleuderroder und Handsammlung von Tagelöhnern oder sogar ganzen Schulklassen geerntet
  3. Klee, Gras und Heu: für Viehfutter frisch und als Wintervorrat getrocknet

Zur Bodenbearbeitung gab es 3 Kaltblutpferde, die mit je 1 PS (heute sind es 300-500PS Traktoren) Pflug, Eggen, Sämaschinen und Ackerwagen zogen. Teile eines solchen Erntewagens sind noch heute auf dem Millianshof zu bewundern. Alles höchst körperliche und wichtige Arbeit, denn sonst fehlte den Familien die Nahrung. Mit dem Verkauf von Getreide und Kartoffeln verdiente die Familie ihren Lebensunterhalt.

Ab den 50er Jahren

Durch die mehr und mehr aufblühende Industrie, im Tagebau der Braunkohle, fanden viele Landarbeiter Jobs zu höheren Löhnen. Dies führte dazu, dass auch auf dem Millianshof die ersten Traktoren und Maschinen Einzug hielten. Dank des technischen Fortschritts wurde die Feldarbeit enorm erleichtert und der Ertrag gesteigert. Es war Tradition, dass die unverheirateten Onkel und Tante der Familie den Nachfolgern weiterhin bei Hofarbeiten behilflich waren, zum Beispiel beim Kochen, Backen, der Gartenarbeit oder Hühnerfüttern.

1960 begann die Geflügelhaltung

Die Geflügelhaltung ist nun, ob als Legehenne oder in der Mast, ein wichtiges Standbein der Landwirtschaft auf dem Millianshof! Nachdem 1960 die Milchkühe abgeschafft worden sind, wurden die ersten 200 Legehennen für die Eierproduktion angeschafft.

Mit Hilfe von Opa Hans Eppelt (genialer Schreiner und Installateur) folgten bald weitere Umbaumaßnahmen und mit Ihnen weitere 1500 Legehennen. Die Eier wurden anfangs nur an Groß- und Einzelhändler verkauft, allerdings waren die Erlöse sehr bescheiden. Des weiteren wurde der Ackerbau mit Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben betrieben.

Der erste Hofautomat

Ein Umdenken musste stattfinden. Die Anschaffung der ersten Eierautomaten war dann der Einstieg in die Direktvermarktung von Eiern, Kartoffeln und anderen Produkten an den Endverbraucher. Kurz darauf wurde auch der erste Hofladen auf dem Millianshof eröffnet. Das regionale Einkaufen war geboren. Und das bereits 1960!

Oma Rotraut und Opa Karl Mödder waren damals die Betreiber des Hofes. Wie im Vorfeld bereits erwähnt wurden sie von Onkel und Tanten weiterhin unterstützt. Ihre 5 Söhne Christoph, Raimund, Johannes, Heribert und Joachim waren ebenfalls Teil des Hofes. Der 2. Sohn, Raimund Mödder, übernahm in den 80er Jahren den Hof und führte ihn gemeinsam mit seiner Frau Brunhilde vermehrt in die Direktvermarktung.

Heute in 4. Generation der Familie Mödder

Heute ist die Haltung der Legehennen immer noch ein wichtiger Teil der Landwirtschaft auf dem Millianshof und wird noch Teilweise in Bodenhaltung, jedoch vermehrt in Freilandhaltung betrieben. Hier werden sogenannte “Hühner-Mobile” eingesetzt. Wie der Name schon sagt, sind diese Ställe mobil und werden auf der Wiese immer an den nächstbesten Futterplatz gefahren und der mobile Zaun sowie die Unterstände für die Hühner werden immer neu aufgebaut. Der Millianshof beherbergt aktuell ca. 2500 Legehennen in Freiland- und Bodenhaltung. Die Eier werden fast ausschließlich im eigenen Hofladen vertrieben.

Außerdem im Hofladen erhältlich ist Geflügel aus eigener Aufzucht und Verarbeitung. In der Aufzucht befinden sich Gänse, Enten, Puten und Hähnchen. Zu regelmäßigen Terminen kann auch Schwein aus eigener Aufzucht auf Vorbestellung erwerben. Die Tiere werden unter dem höchsten Tierwohl-Aspekt auf Stroh mit Auslauf gehalten. Weiderind ist ebenfalls zu bestimmten Terminen erhältlich. Da uns auf dem Millianshof nicht genügend Weidefläche zur Verfügung steht, wird hier seit mehr als 30 Jahren auf umliegende Partner in Rommerskirchen und der Eifel zurück gegriffen. Verarbeitet wird vor Ort.

Im Ackerbau werden zur Zeit auf 35 ha Zuckerrüben, Getreide, Gemüse und Kartoffeln angebaut. Bei Hoffesten können die Felder unter fachkundiger Betreuung besichtigt werden. Dort wird man traditionell mit Traktor und Erntehelferwagen hingefahren. Höchst Interessant und ein Spaß für jede Generation.

Seit einiger Zeit wird im Laden eine Abokiste, gefüllt mit Obst, Gemüse, Fleisch und anderen Produkten, angeboten. Sie erfreut sich reger Nachfrage und bringt den regionalen Einkauf direkt vor die Haustür der Kunden. Der in den letzten Jahren durchgeführte Umbau der Haus- und Hofanlage zu einem Hof und Gartencafé mit Spielplatz, Eventlocation und Streichelzoo macht den Millianshof zu einem gern besuchten Einkaufs- und Ausflugsort, dessen Räumlichkeiten für jede Art von Feier gebucht werden können. In der Hofküche sorgt das Team des Millianshofs für Leib und Wohl. Alle verwendeten Lebensmittel sind aus eigener Produktion, nachhaltigem Anbau und/oder aus der Region. Hier werden Lebensmittel nicht verschwendet sondern finden in jeder Form einen Nutzen: in Kuchen, im Topf, in Marmelade oder auf den Tellern der Familie. Hier schließt sich der Kreis vom Feld auf den Teller.

Heute wird der Hof in 4. Generation von Karl Mödder (Raimunds 1. Sohn) und Sandra aus Korschenbroich geführt.

Die nächste Generation ist bereits auf dem Weg!